So melden Sie Ihren PKW richtig ab

Auto abmelden in Berlin

Irgendwann trifft es einfach jeden. Der langjährige Begleiter gibt den Geist auf und die Abmeldung des Autos steht bevor. Um die Abmeldung des eigenen PKWs problemlos abzuwickeln gibt es viele Dinge zu berücksichtigen.

Nun steht der Entschluss fest, das Fahrzeug soll abgemeldet werden. Normalerweise nimmt die ortsansässige Zulassungsstelle die Abmeldung vor. Jedoch ist es in zahlreichen Orten inzwischen auch möglich, im Bürgerbüro oder an anderen Stellen, die Abmeldung des Fahrzeugs zu veranlassen. Diese Stellen sind meist im Stadtgebiet verteilt, sodass Sie nicht aufwendig zur zentralen Zulassungsstelle fahren müssen. Offiziell wird die Abmeldung des PKWs übrigens als „Außerbetriebsetzung“ bezeichnet. Tatsächlich gab es bis 2007 noch die Wahl zwischen „vorübergehender“ oder „endgültiger“ Außerbetriebnahme. Heutzutage gibt es diese Entscheidungsmöglichkeit nicht mehr. Autos gelten heute nur noch als „zugelassen“ oder „außer Betrieb gesetzt“.

Ablauf der Außerbetriebsetzung eines PKWs

Selbstverständlich sollten alle Papiere wie Nummernschild, Personalausweis, Fahrzeugschein und Fahrzeugbrief mitgeführt werden. Die Kosten für die Abmeldung eines Fahrzeugs sind vom Ort und Bundesland abhängig. Meist kann man sich im Internet auf der entsprechenden Homepage über die Gebühren erkundigen. Zur Abmeldung dürfen alle Prüfplaketten und Dienstsiegel nicht mehr lesbar sein. Meist werden die TÜV oder HU Plakette einfach abgerubbelt. Außerdem sind vor Ort meist Akkuschrauber oder anderes Handwerkszeug verfügbar, sodass die Plaketten mühelos entfernt werden können. Das Nummernschild können Sie entweder abgeben oder als Andenken an das Auto mit nach Hause nehmen. Tatsächlich steht das Kennzeichen mit der Abmeldung wieder frei zur Verfügung. Falls Sie es also für ein anderes Fahrzeug nutzen möchten, sollten Sie es sich rechtzeitig als Wunschkennzeichen vormerken lassen. Dies kann über die Zulassungsstelle vorgenommen werden.

 

In Kürze – alle erforderlichen Papiere zur Außerbetriebsetzung eines PKWs

 

Machen Sie sich bei der Abmeldung Ihres PKWs auf lange Wartezeiten gefasst. Um unnötige Wege zu vermeiden, denken Sie an alle relevanten Papiere. Hierzu zählen:

  • Der Personalausweis
  • Der Fahrzeugschein
  • Der Fahrzeugbrief
  • Das Nummernschild
  • den Verwertungsnachweis (erhältlich beim Verwertungsbetrieb) wenn Sie das Auto innerhalb Deutschlands verschrottet haben lassen
  • Eine Vollmacht, wenn Sie die Abmeldung nicht selbst vornehmen (denken Sie an den Namen und die persönliche Unterschrift der Person, auch die Kopie des Personalausweis kann hilfreich sein)

Die Online-Abmeldung Ihres Fahrzeugs

Heutzutage können Sie Ihren PKW auch online abmelden. Hierfür müssen Sie einige Voraussetzungen erfüllen. Fahrzeugschein und Stempelplaketten müssen mit versteckten Codes versehen sein. Zudem muss Ihr Personalausweis online kompatibel sein, denn nur so können Sie Ihre Identität beweisen. Sie benötigen ein Gerät zum Lesen Ihres Ausweises und eine App, welche die Codes scannen kann. Die Bezahlung erfolgt über Kreditkarte oder Giropay. Beachten Sie aber, dass diese Option nur bei Autos möglich ist, dessen Zulassung nach dem 1. Januar 2015 erfolgte. 

Muss ich das Finanzamt und die Kfz-Versicherung in Kenntnis setzen?

Die weiteren Schritte der Außerbetriebsetzung gestalten sich unproblematisch. Das Finanzamt und die Kfz-Versicherung werden automatisch informiert. Wenn Sie auf Nummer sicher sehen wollen, faxen oder mailen Sie die Abmeldebescheinigung an die Versicherung und lassen Sie sich den Empfang bescheinigen. Übrigens wird der Versicherungsvertrag mit der Abmeldung des Fahrzeugs nicht sofort beendet. Stattdessen ändert sich der Vertrag in eine kostenlose Ruheversicherung, die 18 Monate umfasst. Der Versicherungsschutz wird also aufrecht erhalten. Allerdings darf das Fahrzeug nicht außerhalb des Abstellplatzes gefahren werden. Wenn das Auto während der 18 Monate wieder zugelassen wird, zählt wieder der uneingeschränkte Versicherungsschutz. Hierfür benötigen Sie eine Versicherungsbestätigung der Versicherung. Findet innerhalb der 18 Monate keine erneute Zulassung statt, endet der Versicherungsvertrag automatisch. Es ist keine Kündigung erforderlich. 

Was ist beim Verkauf des Autos zu beachten?

Wenn Sie überlegen, Ihr Fahrzeug zu verkaufen, lassen Sie es lieber angemeldet. So kann der Käufer das Auto Probe fahren. Regeln Sie die Abmeldung des Fahrzeugs im Kaufvertrag oder verkaufen Sie das Auto nur abgemeldet, so gibt es im Anschluss kein böses Erwachen. Sonst kann es passieren, dass Sie mögliche Bußgeldbescheide oder Strafzettel erhalten, bis der PKW auf den neuen Besitzer umgeschrieben ist. Wenn der Käufer einen Unfall verursacht, kann es sogar passieren, dass die Kfz-Versicherung des Verkäufers diesen in der Schadensfreiheitsklasse zurückstuft. Ein Kaufvertrag regelt meist solche Missverständnisse, aber Sie umgehen einigen Ärger, wenn Sie das Auto einfach abgemeldet verkaufen. 

Gibt’s es etwas beim Fahren mit abgestempelten Nummernschildern zu berücksichtigen?

Tatsächlich dürfen Sie am Tag der Abmeldung mit dem eigenen Auto zurück nach Hause fahre. Auch die Fahrt zum Händler oder Schrottplatz ist mit abgestempelten Schildern gestattet. Beachten Sie aber, dass einige Versicherungspolicen hierfür eine eigene Klausel haben. Allerdings gibt es in der Fahrzeug-Zulassungsverordnung den Paragraphen 10, Absatz 4, der dies eindeutig regelt. Bis zum Ablauf des Tages der Abmeldung darf auch nach der Entfernung der Stempelplakette das Auto mit dem bisherigen Kennzeichen zurückgefahren werden. Entscheidend ist, dass die Kraftfahrzeug-Haftpflichtversicherung diese Rückfahrt erfasst hat.